Berichte

04.02.2016

Zeils­hei­mer Wei­ber­fast­nacht im ganz gro­ßen Stil

Plakat Fastnacht 2016

„Mit Klit­zer, Klun­ker und Kris­tall – die Wei­ber sind heut` auf Kra­wall!“ Un­ter die­sem Mot­to fei­er­ten die Zeils­hei­mer Frau­en in die­sem Jahr ih­re Wei­ber­fast­nachts­sit­zung. Ob Putz­frau­en, Teu­fel oder Clowns – die rund 100 Frau­en sorg­ten schon vor dem Start des Büh­nen­pro­gramms für aus­ge­las­se­ne Stim­mung im gro­ßen Saal des PGZ.

Die Frau­en des Vor­be­rei­tungs­teams „Dol­le Wei­ber“ freu­ten sich rie­sig über die enor­me Re­so­nanz: „Wir ha­ben uns im Ver­gleich zum Vor­jahr im Hin­blick auf die Gäs­te­zahl na­he­zu ver­dop­pelt. Be­son­ders stolz macht es uns, dass wir auch zahl­rei­che jun­ge Mäd­chen ge­win­nen konn­ten, die das Pro­gramm mit der Tanz­grup­pe „Mäd­chen­trau­be“ auch selbst mit­ge­stal­ten. Wir ha­ben in den letz­ten Wo­chen un­glaub­lich viel Zeit in un­se­re Wei­ber­fast­nacht ge­steckt. Das Pro­gramm wird den Saal zum Ko­chen bringen.“

Ge­sagt, ge­tan – denn be­reits beim ers­ten Auf­tritt des Abends hielt es kei­ne mehr auf den Plät­zen. Das Män­ner­bal­lett der Zeils­hei­mer Ju­gend sorg­te für den stan­des­ge­mä­ßen Auf­takt mit viel nack­ter Haut und nied­li­chen Tu­tus. Ob El­len Stalp als PC-Da­me oder Mech­tild Platz und Hel­ga Gau­be als „Pro­mi­nenz aus Ita­lien“ – die Vor­trä­ge ka­men bei den Wei­bern im Saal su­per an. Klar, dass an die­sem Abend be­son­ders die Män­ner ihr Fett weg be­ka­men. Da­bei sprach Mo­ni­ka Dörr in ih­rem Vor­trag „Män­ner­krank­hei­ten“ den Frau­en im Saal ei­gent­lich nur aus der See­le. Sie be­rich­te­te von al­len Pro­ble­men, die auf­tre­ten, wenn ER mal krank wird.

Aber auch mu­si­ka­lisch blie­ben an die­sem Abend kei­ne Wün­sche of­fen: „Gro­ße Er­eig­nis­se wer­fen ih­re Schat­ten vor­aus – mir hab­be kei­ne Kos­ten und Mü­hen ge­scheut und ei­ni­ge Grö­ßen des Schla­gers hier­her auf die Büh­ne ge­holt – e paar von de­ne sin zwar net mehr so ganz ak­tuel­le, abber für mehr hat halt un­ser Etat net ge­reischt. Büh­ne frei für die ‚Hit­pa­ra­de‘ mit Die­ter Uli Heck-Meck“, hieß es, be­vor die „Dol­le Wei­ber“ als Mo­dern Tal­king (Lu­cia Schmidt und Bir­git Kuhn), Na­na Mous­kou­ri (Eva von Janta), Hei­no (El­len Stalp), die Ja­cob Sis­ters (Ma­ri­ana Kuhn und Ka­ro­li­ne Kreut­ner), Wil­de­cker Herz­bu­ben (Be­ate Eck­stein und Mo­ni­ka Schmäh­ling), Wolf­gang Petry (Mar­ti­na Pe­tri) und He­le­ne Fi­scher (Mo­ni­ka Dörr) auf­tra­ten. Manch ei­ne im Pub­li­kum dach­te, die Stars stün­den tat­säch­lich auf der Büh­ne, so per­fekt wur­den sie in der Play­back Show ver­kör­pert. Ob Glit­zer­leg­gins von He­le­ne Fi­scher, Pu­del bei den Ja­cob Sis­ters oder un­ver­wech­sel­ba­res Gi­tar­re spie­len von Die­ter Boh­len – die när­ri­schen Frau­en gröl­ten al­le Lie­der mit. Beim Ab­schluss mit voXX­club „Rock Mi“ hielt es dann kei­ne der Frau­en auf den Stüh­len. Die zwei Ge­mein­de­re­fe­ren­ten Clau­dia La­mar­ge­se und Mar­tin Roß­bach – bei­de ge­bür­ti­ge Wes­ter­wäl­der – über­zeug­ten mit ei­nem Wes­ter­wäl­der Pot­pour­ri eben­so wie Wal­ter Dill mit sei­ner Schun­kel­musik.

Die Frau­en­grup­pe „Dol­le Wei­ber“ star­te­te dann noch ei­ne Zeit­rei­se in die Kind­heit. „Ihr al­le kennt ja die schö­nen al­ten Mär­chen ‚Der Frosch­kö­nig‘, ‚Aschen­put­tel‘ oder ‚Die Prin­zes­sin auf der Erb­se‘ – oder ihr glaubt zu­min­dest, sie zu ken­nen! Aber halt, in Wirk­lich­keit war al­les doch gaaaanz, ganz an­ders. Die WAH­RE Ge­schich­te hin­ter all die­sen Mär­chen um schö­ne Prin­zes­sin­nen und hel­den­haf­te Prin­zen wird nun heu­te hier scho­nungs­los of­fen ge­legt.“ Und so zeig­ten die Dol­len Wei­ber die Ge­schich­te von Ro­sa Dorn, die seit 100 Jah­ren faul in ih­rem Bett liegt und schläft. Die ehe­mals wun­der­schö­ne, vor­mals atem­be­rau­ben­de Kö­ni­gin schickt ih­ren ver­schla­fe­nen Sohn Prinz Mar­tin los, Ro­sa zu küs­sen. Der Prinz ekelt sich vor die­sem al­ten Weib. „Die hat be­stimmt Mund­ge­ruch, stinkt in ih­ren Kla­mot­ten und hat ver­filz­te Haa­re.“ Auf dem Weg zum Schloss be­geg­net er noch den Zwer­gen, Prinz Pum­pel, der Schnee­witt­chen sucht, und der Fee Iso­do­ra be­vor er end­lich Ro­sa Dorn fin­det und mit viel Mund­was­ser, Deo und ei­nem Filz­laus­kamm aus­ge­stat­tet, all sei­nen Mut zu­sam­men nimmt und Ro­sa küsst. Die Kar­ri­ere­frau Ro­sa ver­weist den ar­men Prinz gleich in die Schran­ken – es gibt we­der das Kö­nig­reich noch den Zas­ter, auf den sei­ne Mut­ter geiert.

Bei so viel weib­li­chem Pub­li­kum durf­te auch das The­ma Shop­ping nicht zu kurz kom­men. In der Zeils­hei­mer Aus­gabe von „Shop­ping Queen“ wur­den un­ter dem Mot­to „Ei­ne je­de trägt ein Glit­zer­teil, das macht die schlaf­fen Män­ner … fröh­lich“ skur­ri­le Kos­tü­me auf Zeils­hei­mer Traum­kör­pern vor­ge­führt. Die krea­ti­ven Schöp­fun­gen tru­gen Ti­tel wie „Zart­rosa Schwei­ne­brüst­chen ex­tra­or­di­när“ oder „Schwül­hei­ßer Sonn­tag­mor­gen“. Al­ler­dings reich­te das Bud­get nicht aus, Herrn Gui­do Ma­ria Kretsch­mer per­sön­lich nach Zeils­heim zu ho­len, um die vor­ge­führ­ten Wer­ke zu be­ur­tei­len. Die fach­kun­di­ge Ju­ry mit der schon hoch­be­tag­ten, schwer­hö­ri­gen und kurz­sich­ti­gen El­se Mül­ler (Be­ate Eck­stein) aus Oer-Er­ken­schwick und der ex­tra aus In­di­en ein­ge­flo­ge­nen Poona-Püppi (Mar­ti­na Pe­tri) stan­den dem Mo­de-Gu­ru aber in nichts nach.

Auch aus Sind­lin­gen wa­ren die Nar­ren zahl­reich nach Zeils­heim ge­kom­men, aber nicht nur, um Sekt, Bröt­chen und Sup­pe zu ge­nie­ßen. Auch die Sind­lin­ger sorg­ten für klas­se Pro­gramm­punk­te. Das Ehe­paar Pe­ters war mit „Ham­burg und Hes­sen“ – ei­nem Lied mit be­glei­ten­der Pan­to­mi­me – eben­so ein Knal­ler auf der Büh­ne wie das Män­ner­bal­lett „Schnee­flöckchen“.

Klar, dass sich nach die­sem stim­mungs­vol­len Pro­gramm die Büh­ne schnell füll­te und die Frau­en bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den tanz­ten und aus­ge­las­sen ih­re Zeils­hei­mer Wei­ber­fast­nacht feierten.

Mariana Kuhn