Berichte

18.11.2014

Ers­te Kir­chen­füh­rung nach der Re­no­vie­rung von St. Bart­ho­lo­mäus

Einladung Kirchenführung 18.11.2014

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Am 18. No­vem­ber tra­fen sich auf Ein­la­dung der KFB mehr als 50 in­ter­es­sier­te Per­so­nen zu ei­ner Kir­chen­füh­rung durch die re­no­vier­te Pfarr­kir­che St. Bart­ho­lo­mäus. Ein er­staun­tes Aaaaah war zu hö­ren, als Mar­cus Schrö­der vom Ver­wal­tungs­rat der Kir­chen­ge­mein­de die neue Be­leuch­tung im Chor­raum ein­schal­te­te. Nach ei­nem ge­mein­sam ge­sun­ge­nen Lob­lied er­läu­ter­te Herr Schrö­der die Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten und be­ton­te be­son­ders den Ein­satz zahl­rei­cher eh­ren­amt­li­cher Ge­mein­de­mit­glie­der beim Aus- und Ein­räu­men so­wie Put­zen der Kirche.

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Nach die­ser Ein­füh­rung wur­de sei­tens der KFB im An­schluss die his­to­ri­sche, kunst­ge­schicht­li­che und theo­lo­gi­sche Be­deu­tung der Pfarr­kir­che vor­ge­stellt, die ihr heu­ti­ges Aus­se­hen in drei Bau­ab­schnit­ten er­hielt. Der äl­tes­te Teil, der heu­ti­ge Chor­raum, wur­de von Jo­hann Chris­tian Zais ent­wor­fen und war von 1819 bis 1932 die kat­ho­li­sche Pfarr­kir­che Zeils­heims. Der ba­ro­cke Hoch­al­tar stand schon da­mals in der Kir­che, je­doch an an­de­rer Stel­le, wie auf his­to­ri­schen Fo­tos zu se­hen. Auf­merk­sa­me Be­su­cher stell­ten fest, dass da­mals die Fi­gur des Hl. Au­gus­ti­nus – er steht heu­te im Chor­raum ne­ben dem Hoch­al­tar – an­stel­le un­se­res Kir­chen­pa­trons im Zen­trum des Al­ta­res thron­te. Die Bart­ho­lo­mäus­fi­gur wur­de näm­lich erst 1939 von Pfar­rer Ale­xan­der Rupp er­wor­ben. Der Hei­li­ge Bart­ho­lo­mäus hät­te die­se Kir­chen­füh­rung übri­gens bei­na­he ver­passt, denn er „flog” erst am Mit­tag des 18. No­vem­ber – ge­ra­de noch recht­zei­tig – zu­sam­men mit zwei wei­te­ren Hei­li­gen­fi­gu­ren und der Kom­mu­nion­bank aus der Res­tau­ra­tions­werk­statt ein.

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Ab­schlie­ßend zur Füh­rung durch den äl­tes­ten Kir­chen­teil wur­den die Hei­li­gen­fi­gu­ren (Hl. Bart­ho­lo­mäus, Hl. Jo­seph mit Je­sus­kind, Ad­vents­ma­don­na, Schmer­zens­mut­ter, Hl. Au­gus­ti­nus, Hl. Jo­han­nes Ne­po­muk und Hl. Kat­ha­ri­na von Ale­xan­dria) so­wie die Ge­mäl­de („Jüngs­tes Ge­richt” in der al­ten Ap­sis, Hl. Ni­ko­laus von My­ra und „Das Mar­ty­rium des Hl. Bart­ho­lo­mäus”) im Chor­raum er­läutert.

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Be­dingt durch die Grün­dung der Farb­wer­ke Hoechst ver­fünf­fach­te sich die Ein­woh­ner­zahl Zeils­heims bis zum Jahr 1900, und die Kir­che wur­de zu klein. Zu­nächst war ein Neu­bau ge­plant, doch der Be­ginn des Ers­ten Welt­kriegs und die an­schlie­ßen­de Wirt­schafts­kri­se ver­hin­der­ten den Bau. Un­ter schwie­rigs­ten Be­din­gun­gen und mit viel Ein­satz der Gläu­bi­gen konn­te 1932 nach dem Plan des Ar­chi­tek­ten Mar­tin We­ber ein An­bau, das heu­ti­ge Kir­chen­schiff, er­rich­tet wer­den. Der Raum wur­de von Prof. Hein­rich Dieck­mann mit sie­ben Fres­ken zum The­ma: „Der Auf­bau des Rei­ches Got­tes” ge­stal­tet. Von Prof. Dieck­mann stamm­ten auch zwei Evan­ge­lis­ten­fen­ster, die ur­sprüng­lich rechts und links ne­ben dem Hoch­al­tar ein­ge­setzt wa­ren, je­doch bei der Re­no­vie­rung 1966 wie­der aus dem Chor­raum ent­fernt wur­den. Die­se sind noch er­hal­ten und wur­den auf Fo­tos ge­zeigt. Die Ma­don­nen­sta­tue, die auf der linken Sei­te ne­ben dem Durch­bruch zwi­schen Kir­chen­schiff und Chor­raum steht, wur­de 1941 an­ge­schafft. Ur­sprüng­lich be­fand sich hin­ter der Sta­tue ein ge­schnitz­ter „Ro­sen­haag”, der je­doch vor Jah­ren ent­fernt wurde.

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Er­wähnt wur­den auch der Kreuz­weg von Lud­wig Be­cker und ganz be­son­ders die Pest­ma­don­na, ei­ne An­klei­de­fi­gur aus Lin­den­holz, die 1668 nach dem Ende der Pest­epi­de­mie von Pfar­rer Hein­rich Oden­thal er­wor­ben wur­de. Sie steht heu­te un­ter der Or­gel­em­po­re, die 1957 bei der drit­ten Er­wei­te­rung zu­sam­men mit dem Kirch­turm ent­stand. Die Or­gel kam 1962 hin­zu, der Or­gel­pros­pekt wur­de 1990 er­gänzt.

Bei der ge­ra­de ab­ge­schlos­se­nen Re­no­vie­rung wur­de der Tauf­stein auf­grund li­tur­gi­scher Über­le­gun­gen in die Nä­he des Ein­gangs ver­setzt, um den Täuf­ling be­reits an der Kir­chen­tür em­pfan­gen zu können.

Die bei­den bron­ze­nen Kir­chen­tü­ren stam­men aus dem Jahr 1980 und zei­gen auf je­weils drei Bild­plat­ten Sze­nen zum The­ma „Be­frei­ung”: auf der lin­ken Tür aus dem Al­ten und auf der rech­ten aus dem Neu­en Tes­ta­ment. Sie la­den tags­über zum Be­such der Kir­che, die an der Bo­ni­fa­tius­rou­te und seit die­sem Jahr auch am Ja­kobs­weg liegt, ein.

Zum Aus­klang der Füh­rung sa­ßen vie­le Teil­neh­mer noch im Club­raum des Pfarr­ge­mein­de­zen­trums bei Ge­trän­ken und Ge­bäck in ge­müt­li­cher Run­de bei­sammen.

Für das KFB-Team
Mechtild Platz

Wei­ter­füh­ren­de In­for­ma­tionen

Wenn Sie wei­ter­füh­ren­de In­for­ma­tionen zu un­se­rer Pfarr­kir­che su­chen, fin­den Sie auf der fol­gen­den Sei­te ei­nen de­tail­lier­ten Rund­gang durch die Kir­che mit Bil­dern und Da­ten zu ih­rer Ent­ste­hungs­ge­schichte.